CME - drei Buchstaben, die es in sich haben

 

CME steht weder für Cöln-Mindener Eisenbahngesellschaft noch für die weltgrößte Optionsbörse in den USA, sodern für Continuing Medical Education.

 

 

Der Begriff stammt aus dem anglo-amerikanischen und beschreibt die „kontinuierliche berufsbegleitende Fortbildung“ in der Medizin tätiger Personen, vor allem der Ärzteschaft.

 

Die Fortbildungsmaßnahmen dienen dem Erhalt und der Aktualisierung der fachlichen Kompetenz, CME ist damit eine Maßnahme zur medizinischen Qualitätssicherung.

 

Von der Freiwilligkeit zum Bundesgesetz

1999 fiel im Rahmen des 102. Deutschen Ärztetagesder Beschluss einer bundesweiten Einführung eines einheitlichen Fortbildungsnachweises. Zunächst war ein Zertifikat auf freiwilliger Basis geplant.

 

Mit dem Gesetz zur Modernisierung der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GMG) (§ 95 d SGB V) vom 1. Januar 2004 war es dann mit der „Freiwilligkeit“ vorbei und die Verpflichtung der Ärzte zur regelmäßigen Fortbildung wurde festgeschrieben.

 

Zuvor war die ärztliche Fortbildungspflicht ausschließlich berufsrechtlich geregelt. Durch die Änderung wurde sie als Bestandteil des Sozialgesetzbuchesund damit Bundesgesetz.

 

Im Rahmen des 107. Deutschen Ärztetages Mitte 2004 wurden die entsprechenden Grundlagen des CME für deutsche Ärzte festgelegt.





Stand in Deutschland

Seit der Einführung von CME müssen Ärzte nun innerhalb von fünf Jahren 250 Fortbildungspunkte und damit das Fortbildungszertifikat der zuständigen Ärztekammer erwerben. Das Zertifikat dient als Nachweis gegenüber den Kassenärztlichen Vereinigungen, die dazu verpflichtet sind „ihre Mitglieder auf Einhaltung ihrer Fortbildungspflichten zu überprüfen“.

 

Geeignet für die Fortbildung sind:

 

  • mediengestütztes Eigenstudium (Fachliteratur, audiovisuelle Lehr- und Lernmittel, strukturierte interaktive Fortbildung)
  • Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen (Kongresse, Seminare, Übungsgruppen, Kurse, Kolloquien, Qualitätszirkel)
  • Klinische Fortbildung (Hospitationen, Fallvorstellungen) sowie
  • curriculär vermittelte Inhalte (curriculärer Fortbildung, Weiterbildungskurse, die nach der Weiterbildungsordnung für eine Weiterbildungsbezeichnung vorgeschrieben, Zusatzstudiengänge)

 

Als Nachweis für eine absolvierte Fortbildung erhalten die Teilnehmer bis maximal acht Fortbildungspunkte, so genannte CME-Punkte, pro Tag. Im Falle der Nichteinhaltung drohen Sanktionen wie Vergütungsabschläge bis maximal Entzug der Zulassung.



Die Bewertung von Fortbildungsmaßnahmen

Der folgende Auszug entspricht der Satzungsregelung „Fortbildung und Fortbildungszertifikat“ des 107. Deutschen Ärztetages in Bremen

 

Die Fortbildungsmaßnahmen werden mit Punkten bewertet. Grundeinheit ist eine 45-minütige Fortbildungseinheit.

 

Folgende Arten von Fortbildungsmaßnahmen sind für das Fortbildungszertifikat geeignet und werden wie folgt bewertet:

 

Kategorie A:Vortrag und Diskussion

1 Punkt pro Fortbildungseinheit, maximal 8 Punkte pro Tag

 

Kategorie B:Mehrtägige Kongresse im In- und Ausland

wenn kein Einzelnachweis entsprechend Kategorie A bzw. C erfolgt, 3 Punkte pro ½ Tag bzw. 6 Punkte pro Tag

 

Kategorie C:Fortbildung mit konzeptionell vorgesehener Beteiligung jedes einzelnen Teilnehmers (z. B. Workshop, Arbeitsgruppen, Qualitätszirkel, Balintgruppen, Kleingruppenarbeit, Supervision, Fallkonferenzen, Literaturkonferenzen, praktische Übungen)

1. 1 Punkt pro Fortbildungseinheit, 1 Zusatzpunkt pro Veranstaltung bis zu 4 Stunden

2.  höchstens 2 Zusatzpunkte pro Tag

 

Kategorie D:Strukturierte interaktive Fortbildung über Printmedien, Online-Medien und audiovisuelle Medien mit nachgewiesener Qualifizierung und Auswertung des Lernerfolgs in Schriftform.

1 Punkt pro Übungseinheit 

 

Kategorie E:Selbststudium durch Fachliteratur und -bücher sowie Lehrmittel

Innerhalb der Kategorie E werden höchstens [30] [50] Punkte für [drei] [fünf] Jahre anerkannt 

 

Kategorie F:Wissenschaftliche Veröffentlichungen und Vorträge
1. Autoren erhalten 1 Punkt pro Beitrag
2. Referenten/Qualitätszirkelmoderatoren erhalten 1 Punkt pro Beitrag/Poster/Vortrag zusätzlich zu den Punkten der Teilnehmer 

 

Kategorie G:Hospitationen
1 Punkt pro Stunde, höchstens 8 Punkte pro Tag 

 

Kategorie H:Curriculär vermittelte Inhalte, z. B. in Form von curriculärer Fortbildungsmaßnahmen, Weiterbildungskurse, die nach der Weiterbildungsordnung für eine Weiterbildungsbezeichnung vorgeschrieben sind, Zusatzstudiengänge
1 Punkt pro Fortbildungseinheit 

 

Lernerfolgskontrolle:           1 Zusatzpunkt bei den Kategorien A und C